Kinder wollen, wenn sie die Persönlichkeit entwickelt, gerne (mit-)entscheiden. Dummerweise ist die Erziehung aber kein demokratischer Vorgang -- und die Eltern sind keine gewählte Regierung. Zum Beispiel gibt es bei uns nach dem Zähneputzen nur noch Wasser zu trinken -- süßer Saft ist keine Option. Um aber dem Bedürfnis nach der Gestaltung des Alltags Rechnung zu tragen, bieten wir manchmal unserer Kleinsten ihr Wasser in mehreren Gefäßen an: Sie darf das Getränk nicht aussuchen, wohl aber, ob sie es aus dem roten Becher mit Strohhalm schlürft oder aus dem grünen Becher trinkt.
Ähnliche Nicht-Entscheidungen kann man überall anbieten, auch wenn es nichts zu entscheiden gibt: "Möchtest Du Tomatensoße oder Möhrensaft auf Deine Nudeln?" geht genauso wie "Soll ich Käsebrote zum Abendessen machen oder willst Du Radieschen?"
Das kann natürlich auch fehlschlagen, wenn das Kind beim Essen allzu experimentierfreudig ist...
[Autorin: Kai]
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